Mitesser gesucht

18.03.2018 – 08.04.2018

Mitesser gesucht

 
Kerstin Abraham
Margaret Curtis
Hans Fischer
Jean Nicolas Gérard
Hermann Grüneberg
Kati Jünger
Nina Lund
Iris Schöne
Medi Zimmermann

Eröffnung: am Sonntag, dem 18. 03. 2018 um 11 Uhr mit den KünstlerInnen

Performance von Michael Kalmbach, Seyko Itoh: Miko&Seels Tischmanieren

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Gespräch, Witz und Genuss.
Die doppelte sinnliche Freude des Sehens und Schmeckens.
Die Heiterkeit, wenn man sich durch den Griesberg auf den Grund der Schüssel durchgegessen hat; der Schreck, wenn der Esser vom Fisch gefressen wird.
Der Staub aus dem wir gemacht sind, hält uns nicht zusammen. Heiterkeit, Geist und Essen aber sehr wohl.

Hans Fischer

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Kulturpraktikantin

Seit ich 2008 in den HB Werkstätten gearbeitet habe, ist mir auch praktisch bewusst, dass das Zeitgenössische in seiner freiesten Form im Muster, im Dekor, zu Hause sein kann. Die Zeitgenossenschaft liegt in der Erfindung, die sich dem Zwecke vollkommen anverwandelt hat, schon in der Produktion, im Machen selbst.

Vor einiger Zeit wandte ich mich dann der Frage zu, wann etwas, was ich zeichne, eine freie Zeichnung ist – und wann ein Ornament. Und ob sich aus meiner Zeichnung ein taugliches Ornament oder Muster gewinnen lässt – und umgedreht.

Ich zeige heute gern Zeichnungen aus meinen Musterbüchern zusammen mit den Geschirrteilen, meist Tellern, auf denen sie als Ornamente oder Muster auftauchen. Die Geschirre habe ich im Fall der meisten Fayencen selbst gemacht.

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Das hat damit zutun, was mir die Fayence bedeutet. Dann gibt es Arbeiten, die Resultate meiner Tätigkeit als „Wandermalerin“ in heute noch existierenden europäischen Produktionsstätten sind, bei denen ich mich den jeweiligen Herstellungstechnologien anpasse. Wie das Glasur-auf-Glasur Malen bei Zsolnay, zum Beispiel. Man sagt, gerade bei Keramik, „Industrie“ gern abwertend. Wie aufregend dagegen ist es, in die historisch gewachsenen und fein unterschiedenen industriellen Techniken einzutauchen, eine winzige individuelle Spur zu legen. Schließlich gibt es meine Palimpzeste auf historischer Industrieproduktion – hier habe ich das Trägermaterial im Internet ersteigert und kann die vielen verschiedenen Technologien, zu der meine Maltechnik jedes Mal passen muss, nur erraten und austesten. Meine Lieblinge stammen aus der Zeit vor dem Geschirrspüler (…).

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Die Musterbuchvorlagen, die ich immer wieder verwenden und variieren kann, sind einerseits wiedererkennbar. Andererseits bestimmen die Umstände der Applikation einen neuen Malakt, der in eine stets neue Zeichnung mündet. Gleichzeitig ergeben die verschiedenen Formen, Zeichnungen, Produktions-und Maltechniken, die sich immer aufeinander beziehen müssen, in ihrer Fülle ein so großes Spannungsfeld, das ich nicht müde werde, die Ergebnisse zu vermischen und neu zu kombinieren. Alle vorhergehenden Arbeitsschritte, die mich allein völlig ausgefüllt haben, erweisen sich nun als Vorstufen einer ordnenden Tätigkeit, die das „Ganze“ will, aber nicht erreichen kann.

Kerstin Abraham

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Das Interesse von Margaret Curtis liegt in der Schönheit der Unvollkommenheit. Einer Schönheit, die aus dem Alter, aus dem natürlichen Verfall, aus patinierten Oberflächen, durch Abnutzung – verwittert oder einzigartig verformt, kommt.
Sie mag Objekte, die eine bescheidene, aber zutiefst selbstbewusste Präsenz besitzen; Objekte, die eine Ruhe und Grad der Nachdenklichkeit von Ihrem Betrachter verlangen, damit die Nuancen und Feinheiten ihrer Existenz wirklich absorbiert und geschätzt werden können.

Margaret Curtis

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Nussknacker, Räuchermännchen, Schwibbögen – 2018 möchte ich mit fliegenden Fahnen eindringen in das geschützte Idyll deutscher Volkskunst. Möchte Unruhe stiften, wo sonst Andacht herrscht.

Mit aufgerissener Tür Fremdartigkeiten einladen, in den Hort, in dem die Könige aus dem Morgenland das höchste der Gefühle sind.

In unserer lieben, dunklen, von Tannenduft und Quetschenton erfüllten Heimatstube soll es rappeln!

Hermann Grüneberg

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Das Experimentieren mit Oberfläche, Form und Glasur hat immer Priorität.

Ich beschäftige mich seit über dreissig Jahren mit der Keramik. Das Experimentieren mit
Oberfläche, Form und Dekor hatten immer
Priorität .
Ich versuche immer schon die Grenzen von
Material, Farbe, Glasur und Form auszuloten,
erlebe leider des öfteren böse Überraschungen beim Öffnen der Ofentür, da der Vorgang des Brennens für mich immer noch eine oft nicht vorhersehbare Komponente hat.

Kati Jünger

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Ohne jeden Zweifel, Terre vernissée ist eine traditionelle Technik.
Ich liebe die Fähigkeit von Terre vernissée, Freude in den Alltag zu bringen, auf dem Küchentisch als auch im Garten. Deshalb akzeptiere und nutze ich diese Tradition in meiner Arbeit als Töpfer. Aber ich Hinterfrage auch diese Tradition.
Für mich ist Terre vernissée eine lebendige Technik, die mich inspiriert.

Jean Nicolas Gérard

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Jeder Brand ist wieder neu und oft unerwartet anders als der vorangegangene;
ständig ist es eine Auseinandersetzung mit schon älteren und neuen Erfahrungen,
ich bin ständig „keramisch unterwegs“…
Ständig auf der Suche nach guter Keramik, nach ehrlichen, einfachen Töpfen.

Iris Schöne

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viel Unterirdisches sich zuträgt

Medi Zimmermann