Beteiligung an der Messe »ceramic brussels« in Brüssel
mit den Arbeiten von Beate Kuhn

20.01.2027 – 24.01.2027 – Halle x,  Stand xxx

Anlässlich des 100. Geburtstags von Beate Kuhn präsentiert die Galerie Metzger auf der Ceramic Brussels eine Soloausstellung zum Werk der bedeutenden deutschen Keramikerin.

www.ceramic.brussels

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Gedanken von Jörg Johnen zu BEATE KUHN 5.OKT. 26

Beate Kuhn (1927 – 2015) stellt jedes Museum, jede Kunsthistorikerin, jeden Sammler vor die Frage: war sie eine Keramikerin oder eine Künstlerin? In den 50er Jahren erhielt sie eine solide Ausbildung für das Töpferhandwerk. Gleichzeitig entwickelte sie großes Interesse an der zeitgenössischen Kunst und Musik. Das Gefäß wurde für Kuhn zum Ausgangspunkt einer eigenständigen skulpturalen Sprache. Ihre Arbeiten lassen sich deshalb nicht allein aus der Geschichte der Keramik verstehen, sondern man muss sie ebenso im Kontext der Skulptur des 20.Jahrhunderts sehen. Es war die Freiheit der Kunst, die Beate Kuhn zur Künstlerin werden ließ. Ihr freier, unabhängiger Charakter brauchte die künstlerische Freiheit, um zu experimentieren und neues Terrain zu erschließen.

Schritt für Schritt verband sie Eindrücke aus der unendlichen Vielfalt der Natur mit der Geometrie keramischer Module wie Zylinder, Kegel, Kugeln, Scheiben und schalenartige Formen, die sie an der Drehscheibe herstellte. Dies führte zu einer nahezu unendlichen Vielfalt an Formen und Figuren. So entsteht eine charakteristische Spannung zwischen geometrischer Ordnung und organischem Wachstum. Manche Arbeiten erinnern an Blüten, Äste, Muscheln, Korallen, Zellstrukturen oder unbekannte Organismen. Kuhn bildet Natur nicht ab. Sie übernimmt deren strukturelle Prinzipen: Wachstum, Wiederholung, Variation, Verdichtung und Transformation. Ihre Skulpturen erscheinen dadurch zugleich konstruiert und gewachsen.

Wo bei ihrer berühmten Kollegin Lucie Rie (1902 – 1995) vornehme Eleganz und Strenge vorherrscht, ist das Werk von Beate Kuhn geprägt von spielerischer Vielfalt und Offenheit. Aus heutiger Perspektive erscheint diese Haltung bemerkenswert aktuell. Beate Kuhns Arbeiten entziehen sich der lange geltenden Trennung zwischen Keramik, Kunsthandwerk und freier Kunst. Sie stehen vielmehr in einem größeren Zusammenhang von biomorphen Sphären und überraschenden formalen Findungen zwischen erotisch-verführerisch, poetisch, humorvoll und feminin, was sie wiederum mit Louise Bourgeois verbindet.

Jörg Johnen

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